Über
das Eiswerk

DAS EISWERK - einem alten Eisspeicher nachempfunden

DAS EISWERK ist speziell als Ausstellungsgebäude für EIS KUNST WERKE entwickelt und gebaut worden.Es ist einem alten Eisspeicher nachempfunden, in dem früher nach der Eisernte die Eisblöcke gelagert wurden.

Dank einer neuen Lüftungstechnik werden Windbewegungen verringert, so dass die Eisskulpturen länger erhalten bleiben. Die doppelte Isolierung veringert den Energiebedarf, die Abwärme wird für Heizung und Warmwasserproduktion genutzt.

DAS EISWERK bietet mit über 2000m² mehr Platz für die Eiskunstwerke, fast doppelt so viel wie in der alten Kühlhalle.Auf dieser großzügigen Ausstellungfläche können sich viele internationale Künstler für die jährlich stattfindenden Eiskunstausstellung bewerben, Zeichnungen und Entwürfe zu dem jeweiligen Thema einsenden. Nach Auswahl der Künstler werden hier vor Ort originale Eiskunstskulpturen entworfen und gestaltet.

 

In den vergangenen und laufenden 16 Ausstellungen nutzten für die Gestaltung Ihrer Eiskunstwerke:

83 nationale und internationale Künstler aus 24 Ländern

Viele der Künstler, fast alle sind ausgebildete Bildhauer, sind Preisträger und Gewinner verschiedenster Eiskunstwettbewerbe in der Welt.



Eisblockherstellung

Eisherstellung in speziell dafür angefertigten Stahlwannen
Eisherstellung in der Eisblockmaschine

Im Eingangsbereich vom DAS EISWERK findet als Demonstration eine Eisblockproduktion statt. Hier kann der Ausstellungsbesucher anschaulich zusehen wie in der Eisblockmaschine klare Eisblöcke produziert werden. Die Größe ist 1,00 m x 0,50m x 0,25m und wiegt 130 Kilogramm. Die Kälte wird nur von unten zugeführt. Der Eisblock beginnt langsam von unten her zu wachsen. Schon nach einem halben Tag ist das Eis zehn Zentimeter dick. Mit zunehmender Dicke verlangsamt sich das Eiswachstum aber, da die Kälte nicht mehr so gut durch die gefrorene Schicht hindurchdringt. Die gesamte Gefrierzeit für einen Block beträgt im Schnitt 85 Stunden.

Eisgewinnung

Eisgewinnung
Eisgewinnung Hudson Fluss - Faksimile eines Holzstiches von 1874

Die konservierende Wirkung von Eis ist schon länger bekannt – nämlich ungefähr seit der Eiszeit. Bereits in der Antike nutzten die Menschen schon die kühlende Wirkung von Eis, um den Verderb von Lebensmitteln einzudämmen.

Ab dem 18. Jahrhundert reichten die Erträge des heimischen Winters nicht mehr aus, um den Bedarf an gelieferter Kälte zu decken, denn auch die Unternehmen erkannten den Nutzen von „gekühlten“ Lebensmitteln – allen voran die deutschen Bierbrauereien. Seitdem wurden Seen und Flüsse für die Eisgewinnung im Winter extra angestaut. Wenn das Eis dann mindestens zwanzig Zentimeter dick gefroren, wurde es „geerntet“ und in Eiskellern oder Eiswerken eingelagert.

Die Eisernte lief wie folgt ab:
Mit einer Axt wurde ein Loch in die Eisfläche geschlagen oder es wurden mit einem Eispflug Furchen in das Eis geschnitten. Mit einer speziellen Eissäge wurden dann quadratische Blöcke etwa in der Größe von zwei mal zwei Metern in das Eis gesägt. Diese wurden anschließend von den kräftigen Männern mit Eiszangen oder Haken an Land gezogen.Oftmals waren es kräftige Männer vom Bau oder Landwirte, die sich außerhalb ihrer eigenen Saison bei der Eisernte etwas dazu verdienen wollten.

Die großen Eislagerhallen wurden mehrwandig aus Holz aufgebaut und mit Holzwolle gedämmt, weil dadurch die Kälte besser gehalten werden konnte. So wurde das Eis hier das ganze Jahr gelagert.Die Kühlung mit Eis erleichterte das längere Lagern von Lebensmitteln.

Die nicht ungefährliche Arbeit der Eisgewinnung wurde bis weit in das 20. Jahrhundert ausgeübt. Mit Erfindung der elektrisch betriebenen Kühlschränke wurde die Eisernte eingestellt. Die Versorgung der Städte mit Kühlmitteln konnte nicht mehr allein durch die Eiswerke gewährleistet werden. Zudem war die Natureisgewinnung/-produktion stark wetterabhängig. Eine Zeit lang wurde das Eis extra aus weit entfernteren Gebieten angeliefert, doch spätestens mit dem technischen Fortschritt wurden die Eiswerke durch die Kühlschränke ersetzt.

Quelle: Täubrich und Tscheke - Unter Null. Kunsteis, Kälte und Kultur. Verlag Oscar Beck, München 1991

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